Zucht 2018

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Für 2018 ist die Beschickung der folgenden Belegstellen geplant:

Lautenthal
In 2018 steht eine Linie von Thomas Rüppel auf der Belegstelle.
Pedigree: B19 (TR) = .15 – B173(TR) bal B69(TR)

Eine Linienbeschreibung liegt mir im Moment leider nicht vor.


Annaburger Heide
In 2018 steht eine Linie von Stefan Luff auf der Belegstelle.


Linienbeschreibung:

Die Mutter der B469(LS)ist die B48 von Magnus Menges und sie kam in 2015 in meine Imkerei.Sie geht zurück auf einen alten Anatolierimport von 1962 von Bruder Adam (Sinop62R). Sinop ist eine Hafenstadt am Schwarzen Meer. Bruder Adam spricht aber auch davon, dass es „DIE“ Analtolierbiene nicht gibt. Es gibt nach seiner Meinung „viele Mischformen und Anpassungen an die jeweiligen Umweltbedingungen. Gewisse Grundeigenschaften haben sie alle gemeinsam, wenn auch in verschiedenen Ausprägungen“.

Anatolier sind nach den Worten BA’s insbesondere sehr haushälterisch veranlagt, d.h. der Futterverbrauch ist extrem gering. Verglichen mit anderen Bienenrassen sind sie sehr winterfest und es überwintern die kleinsten Einheiten erfolgreich. Es wird Anatoliern auch immer wieder nachgesagt, dass diese weniger sanftmütig wären. Dieses Verhalten zeigt sich bei der B469 nur noch ganz ausnahmsweise bei Kälte im Vorfrühling. Die Völker sind dann das ganze Jahr über mit nur etwas Rauch völlig unproblematisch zu bearbeiten.

Bei bienengerechter Witterung auch ohne Rauch! Allgemein fällt es mir in meiner Imkerei immer wieder auf, dass der Varroamilbenbefall häufig unmittelbar mit der Sanftmut korrespondiert. Josef Koller hatte mich darauf hingewiesen. Und es stimmt: Sind mehr Milben in den Völkern, dann reagieren solche „milbenbelasteten“ Völker oftmals etwas gereizter, als dies bei einem niedrigeren Befallsgrad wäre.

Resultierend auf einem hohen Brutdurchsatz und einer sehr hohen Fruchtbarkeit lag der Varroamilbenbefallbei B469 auch durchaus etwas zu hoch. Und die sehr gute Langlebigkeit der B48 ist nicht mehr ganz so stark ausgeprägt, aber immer noch gut über dem Durchschnitt. Ein Ergebnis der Anpaarung auf Baltrum mit einer sehr brutstarken B69(TR), die von einer ehemaligen Ligustikalinie ausgeht. Durch entsprechende weitere Anpaarungen in der Zukunft, kann man in diesem Bereich sicherlich wieder eine Verbesserung erzielen. Bei B469 handelt sichum eine sehr erbfeste und stabile alte Allround Buckfastlinie in der jetzt 25. Generation. Es gilt diese zu erhalten, damit der Genpool, der zum Stabilisieren anderer Linien und neuer Importe notwendig ist,auch in der Zukunft für unsere Kombinationszucht zur Verfügung steht. Aus diesem Grund eignet sich diese Linie besonders gut als Drohnenlinie und findet sich immer wieder vielfältig in den Pedigrees der Belegstellen europaweit.

Was mir an B469 jedoch am allerbesten gefallen hat, war die absolute Schwarmträgheit, wie ich das selten in dieser starken Ausprägung vorgefunden habe. In den verschiedenen Völkern und auch bei unterschiedlichen Anpaarungen habe ich in den letzten beiden Jahren noch nie eine Schwarmzelle – auch nicht bei allen Schwestern und auch nicht im Raps – vorgefunden. Und ich halte die Völker bisher sehr eng mit nur einem 10er Zanderkasten als Brutraum. Es findet auch kaum Verflug statt. Sicherlich liegt das am überdurchschnittlichen Orientierungssinn, der – wie ich meine – super ausgebildet ist. Der Sammeleifer und die Findigkeit dieser Bienen sind sehr gut ausgeprägt, was einen entsprechenden Honigertrag begünstigt. Gerade in erwerbswirtschaftlich orientierten Imkereien ist der Honigertrag ein entscheidendes Kriterium. Und diese ganze Geschwistergruppe schleppte so richtig viel Honig. B469 den meisten Honig von allen. Es war eine wahre Freude! Honigräume drauf und keine Schwarmkontrolle nötig!


Weißberg


 

Inselbelegstelle Baltrum
In 2018 steht eine Linie von Thomas Rüppel auf der Belegstelle.
Pedigree:
M112(TR) = .16-M84(TR) bal B76(TR) : 14-M180(TR) bal B54(TR) :
.13-M62(TR) bal B47(MKK) : 11-M27(TR) bal GR109(TR)
imq. pure x pure Kilimanjaro Tanzania 2600m ü.NN

Linienbeschreibung:
Die M112(TR) ist erst die 4. Auslesegeneration. Die Beeinflussung über die Drohnenseite ist ja eine andere wie von der Mutterseite. Wollen wir profitieren von den Eigenschaften, wäre es falsch noch länger zu warten.

Zumindest ist mir das bei der Südafrika Herkunft GR109 im Jahr 2011 doch sehr gut gelungen. Schließlich hatte diese Drohnengruppe ebenso einen leicht experimentellen Charakter, jedenfalls aus meiner Sicht. Ich bin eher übervorsichtig als Züchter. Will man es 100% frei von Überraschungen? Über so etwas verfüge ich auch: empfehle ich 2018 auch Lauthental zu nutzen. Das ist richtig erbstabil dem Zuchtziel perfekt angenähert. Honig, Honig, keine Schwärme, also auch wenig Arbeit. Pedigree siehe dort (Salau).

Auf Baltrum können 2018 auch neue Eigenschaften entstehen bzw. versteckte sichtbar werden bei den dort angepaarten Königinnen. Das kann die weitere Auslese erfolgreicher machen. Die standbegatteten Königinnen der M112 zeigen sich bei der Färbung jetzt auch in orange, aber auch teils immer noch dunkel. Die Arbeitsbienen letzterer sehen aber trotzdem mit 1 bis 1,5 hellen Ringen wie viele andere Buckfast aus. Die Ergebnisse vom erbstabilisierten Marokkomaterial von 2017 sehe ich überaus gut gelungen. Wir wollen unsere Arbeit gern spannend. Die Witterungsverläufe und Honigernten hatten ja eher Charakter eines Abenteuers. Da sind wir dagegen nicht so scharf drauf.

Thomas Rueppel
LNB Zuchtkoordinator 22.11.2017


 

  • Belegstelle Friedrichskoog
    In 2018 steht eine Linie von Diana und Detlev Biel auf der Belegstelle.
    Pedigree:
    B109(DB) = .15-B92(DB) lthl A5(CS) : .14 B45(DB) lthl B200(BB) :  .13-B49(DB) lgn B73(HGS) : etc.
    Auf Friedrichskoog steht in diesem Jahr unsere B109(DB) als Drohnenlinie. Eine klassische durchgezüchtete Buckfastlinie, mit stabilen Erbeigenschaften. Die B109 hat in den letzten Anpaarungen einen anatolischen Einfluss erfahren. Die damit verbundenen Eigenschaften wie Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und geringe Winterverluste, zeichnen sie aus. Dazu ist sie sehr sparsam im Futterverbrauch und hat dann im Frühjahr genügend Reserven, um schnell und stetig zu wachsen. Die B109(DB) ist gezüchtet auf eine frühe Entwicklung, damit sie schon im Frühjahr überdurchschnittlich Honig eintragen kann. Sie bleibt aber super in Brut und ist auch für die Spättrachten wie Heide optimal geeignet. Über Schwarmlust braucht man sich keine Sorgen machen. Sie lässt sich leicht lenken, ohne stetig Zellen brechen zu müssen. Dass sie sanftmütig ist, versteht sich von selbst, denn die Arbeit mit den Nachzuchten soll Spaß machen, ohne dass die Bienen auffliegen und unruhig sind. Dazu wird der Honigertrag Sie überzeugen, dass diese Biene ein Aushängeschild der Buckfastzucht darstellt. Die Nachzuchten aus Friedrichskoog sind für alle Imker, vom Profi bis zum Hobbyimker, geeignet.