Zucht 2020

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Belegstellenbeschickung 2020

Statistik

Stand:
angelieferte Begattungseinheiten gesamt
# Lautenthal
# Annaburger Heide
Königinnen in Eilage
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Begattungserfolg in "%"
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Belegstelle Lautenthal


Belegstelle Annaburger Heide

Für das Jahr 2020 wurde als Drohnenlinie die M61(DSU) ausgwählt

BUCKFAST Breeder

M61(DSU)=
.18-M307(DSU)1dr(100%VSH) leyh B114(LS)1dr(88%VSH) :
.18-M16(IMR) ins B147Vt(LS):
.15-M98(IC) mrk B53(MKK):
.14-M125(TR)ilv bal B54(TR):
.13-M62(TR) bal B47(MKK): etc.

Breeder Birth Pedigree Eval. Vitality of Temper Swarm. Ferti- Crop Over­win- Building Varroa HYG+
number year of queen year bees brood of bees tend­ency lity Early Summ. Late tering Combs Propol. num­ber VSH+ after 24 h
M61(DSU) .18 M307(DSU) ley B114(LS) 2019 6
6
5 6   5   6
6    5    5   6
100%
100%

Die M61(DSU) ist eine Monticola Königin die in den Ursprüngen der Zucht von Thomas Rüpel entstammt. Die Mutter, die M307, wurde im VSH-Programm 2018 als Königin mit 100% VSH ausgezählt. Diese Auszählungen erfolgte unter wissenschaftlicher Aufsicht der Arista Stiftung. Die Schwester der M61(DSU), die M63(DSU), wurde im Jahr 2019 als Drohnenvolk im sächsischen SMR / VSH – Programm eingesetzt. Die mit den Drohnen begatteten Königinnen, die Eindrohnen- und Mehrdrohnenbegatteten Königinnen, zeigten überdurchschnittliche SMR / VSH Eigenschaften. Die im Jahr 2019 durchgeführte Auszählung der SMR / VSH Eigenschaften erfolgte unter Anleitung von Experten des Bieneninstitutes Kirchhain. Bei diesem Test hat die M61(DSU) wie ihre Mutter 2018 ein rechnerisches Ergebnis von 100% SMR/VSH erreicht

Erläuterung zu den Bewertungen

Vitalität der Bienen und der Brut

Das Bienenvolk mit der Königin M61(DSU) ist eins von vier Völkern dessen Königinnen noch im August des Jahres 2018 auf der VSH Belegstelle Leyhörn angepaart worden. Alle vier haben den Winter gut überstanden. Eingeweiselt wurden sie im September 2018 in Wirtschaftsvölker. Die Entwicklung der Völker erfolgte im Frühjahr zügig, so dass die M61(DSU) bereits zu Beginn der Ahornblüte die Volkstärke hatte, um die Honigräume aufzusetzen. Der zu Beginn der Weidenblühte gegebenen Baurahmen wurde zügig ausgebaut, allerdings nur mit Arbeiterinnenzellen. Erst der zweite Baurahmen wurde mit Drohnenzellen gebaut. Ein Vorgang der meinen Beobachtungen zu folge, oft bei Schwarmträgen Völkern zu beobachten ist, dass nur wenig und im Gegensatz zu den schwarmfreudigen Königinnen, später Drohnenbrut aufgezogen wird. Bei Gabe des Drohnenrahmens am 08.03.19 besetzte das Volk bereits 6 Brutwaben. Dieser Zeitpunkt ist bei uns im Erzgebirgsvorland auf 400m über NN, in normalen Jahren der Tag des Reinigungsfluges. Der Reinigungsflug fand aber bereits um den 16.02.19 statt. Wie der Stockwaage zu entnehmen ist. In den Stockwaagendaten ist auch gut, durch die Gewichtsabnahme zu erkennen, dass die Monticola sehr zeitig mit dem Flug beginnt.

Waagstockdaten zum Zeitpunkt des Reinigungsflugesrote Kurve = Außentemperatur
orange Kurve = Innentemperatur
grüne Balken = Gewichtszunahme / Gewichtsabnahme

Reinigungsflug

Der Reinigungsflug war über drei Tage verteilt ( 15.02. – 17.02.19). Das Schied wurde von mir am 16.02. gesetzt. Der Flugbetrieb begann an allen drei Tagen gegen 9:00 Uhr. Dabei lag die Außentemperatur, bei strahlenden Sonnenschein, erst bei 5-6°C. Es ist deutlich zu beobachten, dass die Temperatur im Stockinneren, bei Rückkehr der Bienen deutlich kälter wurde. Teilweise unter die Außentemperatur viel. Die Gewichtsabnahme von rund 2kg in diesen 3 Tagen zeigt, dass eine Entleerung der Bienen und der Abtransport des Totenfalles stattgefunden hat. Die Gewichtszunahme am ersten Tag wird von mir als Wasseraufnahme gedeutet (Holz der Beute und Boden) da der Regen am 14.02.19 für hohe Luftfeuchtigkeit sorgte. Der Messfühler für die Innentemperatur lag auf den Beutenboden.

Sanftmut

Im Gegensatz zu den der VSH-Zucht nachgesagten „Wilden stechlustigen“ Völkern, gliedert sich die Monticola Linie der M307, M61 und M63 bei den sanftmütigen Linie ein. Die ganze Linie und die Geschwistergruppen können das ganz Jahr über gut und zügig bearbeitet werden, wobei die meisten Eingriffe sich eigentlich auf das Aufsetzen der Honigräume und die Entnahme dieser beschränkten. Bei leichtem Rauch verschwinden die Bienen sofort in den Wabengassen.

Schwarmtendenz

Die Schwarmneigung wurde mit der Note 6 beurteilt, keine der Geschwistergruppen hat 2019, trotz der großen Brutfreudigkeit und Volksstärke, eine Schwarmzelle angezogen. Diese Bienen kommt nicht auf den Gedanken zu schwärmen, solange genügend Raum vorhanden ist. Das hat sich auch bei den Königinnen / Völkern bestätigt die als Drohnenvölker zur Instrumentellen Begattung vorgesehen waren, bei dehnen auf Grund der Anordnung der Drohnenabsperrgitter von Mai bis Ende Juli kein Eingriff in den Brutraum möglich war.

Ertrag

Die M61 hat beim ersten Schleudern Ende Mai mit 15% über den Standdurschnitt gelegen. Der Standdurschnitt lag bei 86 Kg. Das Jahr 2019 war durch einen überdurchschnittlichen Ertrag im Frühjahr gekennzeichnet. Auch die Geschwisterköniginnen lagen über den Standdurschnitt. Zu diesem Zeitpunkt wurde dann die M61 aus dem Wirtschaftsvolk entnommen so dass keine weiteren Daten zum Ertrag vorliegen.

Überwinterung

M61 am 16.02.2019 zum Reinigungsflug

Die Überwinterung wurde mit der Bestnote beurteilt. Es war kein Unterschied in der Volkstärke zwischen Einwinterung und Auswinterung vorhanden. Der Beutenboden wies zum Reinigungsflug keinen Totenfall auf, bzw. war dieser bereits, bei meiner Kontrolle, weggeputzt. Dieses Foto zeigt das Volk mit der M61 am 16.02.2019 bevor von mir das Schied gesetzt wurde. Die Monticola fliegt bereits ab ca. 6°C was auch diesen Bild zu entnehmen ist. Die Wintertraube war zur Nachschau komplett aufgelöst.

Wabenbau und Propolis

Es ist schwer hier für die Beurteilung einen genauen Wert zu nennen. Das Jahr 2019 war bei uns in der Region von außerordentlichen Erträgen und Trachten bestimmt. Dementsprechend war auch die Bautätigkeit stark ausgeprägt. Dabei wurde bei vielen Völkern jeder Zentimeter Platz ausgebaut. Davon war auch der Raum hinter dem Schied betroffen. Die M61 hat hier gezeigt, dass es auch anders geht. Die im Honigraum gereichten Mittelwände, 11 Stück mit Zellenmaß 5,1mm, wurden schnell ausgebaut und voll Honig getragen. Die hohe Verdecklung erzeugte gleichmäßiges Wabenwerk ohne Brücken. Propolis wurde kaum benutzt. Erst zum Ende der Saison wurden die Fluglöcher mit Propolis verkleinert. Was meiner Meinung nach an dem extremen Auftreten von Wespen und Hornissen gelegen hat. Im inneren beschränkte sich die Anwendung auf geringe Mengen.

Hygiene

Der von mir mehrmals durchgeführte Nadeltest zeigte gute Werte. Da nach 24 Stunden alle abgetötete Bienenbrut ausgeräumt waren wurde das Prüfintervall verkürzt. Bei der Nachschau nach 12 Stunden wurden 90% der toten Puppen entfernt, bei 6 Stunden 60%. Die Tests wurden alle bei gutem Wetter und starken Trachtflug durchgeführt.

VSH

Das Volk wurde durch Auszählen unter dem Mikroskop getestet hierbei zeigte sich laut Auswertung und Rechenmodell des Bieneninstitutes ein hohes SMR/VSH-Verhalten. Es ist dabei zu beachten, dass dies immer nur eine Momentaufnahme ist aber es zeigt eindeutige Tendenzen, dass diese Bienen mit der Varroamilbe gut zurecht kommt und durch das Recupping und Ausräumen befallener Brut die Vermehrung der Varroamilbe auf einem Niveau hält, was unter der Schadschwelle liegt. Aber der Weg zu behandlungsfreien Völkern ist noch weit. Zuerst müssen die SMR/VSH-Eigenschaften flächendeckend  verbreitet werden um den nächsten Schritt, die Reduzierung der Behandlung nach Schadschwellen, durchführen zu können.

Die Anpaarung mit den Drohnen der M61(DSU) kann der Schritt sein mit den eigenen Zuchtlinien an unserem VSH Projekt mitzuarbeiten oder ein eigenes Programm zu starten. Für die Teilnehmer an den VSH-Programmen der Länder ist es die Möglichkeit die Genetik zu verbreitern und die VSH Eigenschaften zu festigen.

Dietmar Uhlemann
Dezember 2019

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Belegstelle Weißberg